| Der Männergesangverein Neuhofen |
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Die Chronik berichtet über die Gründung wörtlich: "Aus Anlaß der Abschiedsfeier des Hochwürdigen Herrn Pfarrers P. Bruno Kyrle versammelten sich einige Sänger des hiesigen Marktes am 9. Jänner 1887 in Jenners Gasthaus, um dort zu Ehren des Obigen einige Lieder zum Vortrag zu bringen. Hiebei wurde vom Notar Thanner die Bemerkung fallen gelassen: Wie schön wäre es, wenn sich aus den heute hier versammelten Sängern ein Verein bilden würde, um die geselligenBeziehungen unseres Ortes etwas zu fördern." Diese Anerkennung hatte zur Folge, dass sich bereits am 14. Jänner 1887 einige Sänger im Hause des Schulleiters Franz Dornstauder einfanden, um die provisorische Gründung des zukünftigen Neuhofener Gesangvereines zu beschließen. |
Pflege des Liedes durch den MGV-Neuhofen |
In den Vereinsvorstand wurden gewählt: Dr. Leo Pierer (Obmann), Schulleiter Franz Dornstauder (Chormeister) Adalbert Meinl (Kassier). Weitere Gründungsmitglieder waren: Dr. Hermann Pierer, Johann Fischill, die Brüder Lechner, Bernhard Müllberger, Anton Dworsek, Franz Söllradl, Josef Kemetmüller, Johann Pleier |
Die konstituierende Gründungsversammlung fand schließlich am 30. August 1887 statt |
| Als Vereinsmotto wurde
gewählt: "Mit vereinter Kraft - Lied uns Freunde schafft" |
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Interessant ist ein Auszug der am Gründungstag genehmigten Vereinsstatuten: "Die Aufnahme eines ausübenden Mitgliedes ist nur möglich, wenn vorher die Bestätigung der musikalischen Befähigung von Seiten des Chormeisters erfolgt. Für jedes Ausbleiben von einer Probe ist ein Strafbetrag von 5 Kreuzern beim nächsten Erscheinen zu entrichten. Jedes Mitglied hat das Recht, zu den Produktionen des Vereins freien Eintritt für sich und die eigene Familie anzusprechen. Der Verein ist aufzulösen, wenn er nur mehr aus drei Mitgliedern besteht. Das Vereinsvermögen ist in diesem Fall dem hiesigen Oberschulrat zur Aufbewahrung zu übergeben und wird zur Anschaffung von Lehrmitteln für die Schule Neuhofen zur Verfügung gestellt." |
Auszug Vereinsstatuten |
Der Verein bestand aus 16 Mitgliedern. Er führte im ersten Jahr 60 Proben durch und erlernte 85 Chöre und Lieder. Es mag wohl sein, dass dieser Einsatz zu anstrengend war, denn im Jahre 1890 schwand diese erste Begeisterung. Die Mitgliederzahl nahm ab und schließlich blieben nur mehr 7 Mitglieder übrig, sodass die Vereinstätigkeit stillgelegt werden musste. |
Schon nach 3 Jahren musste die Probentätigkeit eingestellt werden |
Erst im Jahre 1895 führte die Gründung einer Suppenanstalt für arme Kinder die Sänger wieder zusammen, als zur Eröffnung der Chor "Die Heinzelmännchen" aufgeführt wurde. Initiator dieser gemeinnützigen Anstalt war der damalige Notar Dr. Anton Lebeth-Heyer. Dieser als Marktbürger angesehene Notar übernahm im Jahr 1896 die Obmannstelle des Vereines. Ihm und dem Chormeister Franz Dornstauder gelang es, bei den Mitgliedern neue Begeisterung für die Pflege des deutschen Liedes zu wecken. |
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Im gleichen Jahr 1897 wurde die Hauptversammlung erstmals im "Gasthaus zum Goldenen Löwen" abgehalten. Der tüchtige Gastwirt Moser verstand es, durch Ankauf eines guten Klavieres den Verein an das Haus zu fesseln. |
1897- "Gasthaus zum Goldenen Löwen" wird Vereinslokal |
Während der Jahre 1913/14 sank das Interesse am Verein wieder. Die Mitgliederzahl zählte damals 12 Personen. Im Ersten Weltkrieg 1914-1918 rückten die wehrfähigen Männer des Vereines ein, und einige kamen vom Krieg nicht mehr zurück. So kam es zu einem völligen Erliegen der Vereinstätigkeit. |
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Ein halbes Jahr nach Kriegsschluss versammelten sich über Einladung älterer Vereinsmitglieder die Sänger zur ersten Jahreshauptversammlung. Unter dem Chormeister Karl Brunner kamen wieder 23 Mitglieder zur ersten Gesangsprobe. |
1919 - Wiederbelebung des Vereines nach dem 1. Weltkrieg |
Schon 1920 war der Verein wieder so konsolidiert, dass er sich entschloss, dem Gau Linz des Oberösterreichisch-Salzburgerischen Sängerbundes beizutreten. Zu diesem Gau gehörten damals erst 12 Vereine. Im gleichen Jahr kam es noch zur Gründung des Streichorchesters aus den Reihen der Liedertafel. Am 2. April 1921 präsentierte sich im Gasthaus Scheinecker in Kematen erstmals der Gesangverein mit seinem jungen Streichorchester in einem Konzert. Kurz nach dem Beginn der gut besuchten Veranstaltung brach im Nachbarhaus ein Brand aus, der auch auf das Gasthaus Scheinecker übergriff. Als der Dachstuhl schon in Flammen stand, konnten erst die vielen Konzertgäste und die Mitwirkenden gerettet und ins Freie gebracht werden. In den Folgejahren kam es zu weiteren Aktivitäten. So etablierte sich eine Theatergruppe mit dem Volksstück "Der Meineidbauer". Im Herbergsgasthof fand der erste Sängerball als Kostümkränzchen statt, bei dem das Streichorchester als Band spielte. |
1920 - Beitritt zum "Oberösterreichisch-Salzburgerischen Sängerbund" |
Am 18. und 19. Juni 1927 wurde das 40-jährige Gründungsfest, verbunden mit der Fahnenweihe, festlich begangen. Als Fahnenmutter fungierte Rosa Kemetmüller, die Gattin des Bäckermeisters Josef Kemetmüller.
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1927 - 40-jähriges Bestandsjubiläum |
Im Schubertjahr 1928 nahm der Verein am großen Deutschen Sängerbundesfest in Wien teil, dem letzten großen Fest, das vor dem NS-Regime noch alle deutschen Sangesbrüder vereinigen konnte. Bei diesem Fest wurde auch eine Verbrüderung mit dem Männergesangverein Wien-Ottakring geschlossen, jenem Verein, dem der einstige Notar Dr. Anton Lebeth-Heyer nach seiner Ubersiedlung nach Wien beigetreten war. |
1928 - Teilnahme am Sängerbundfest in Wien und Verbrüderung mit dem MGV Ottakring |
| Im Juni 1937 fand das
50-jähriges Gründungsfest des Männergesangvereines statt. Mit überschwänglichen Worten schildert der Chronist (wahrscheinlich Postmeister Rudolf Spitzl) den Ablauf der beiden Festtage: "Blau wölbte sich der Himmel über dem
reich geschmückten Markt, und als am 5. Juni die Sonne schlafen ging, leuchtete ein Meer
von Sternlein auf die stiller werdenden Straßen und Gassen. Aber auch in den vielen
Fenstern flammten Sternlein auf, gelbe, rote, grüne und blaue. Feenhaft erglänzte der
Dollfußplatz (so hieß der Marktplatz von 1934 bis 1938) in Hunderten von
Fensterlichtlein. Schwarze Menschenmassen warten überall. Feuerschein bei der Hoftaverne
(Gasthof Obernberger) in Gries. Hunderte von Fackeln lodern gegen Himmel. Gleich einer
feurigen Riesenschlange, die sich immer weiter wälzt, die Krems überquert, in der sich
die Flammenlichter spiegeln. Der Platz gleicht einem Feuermeer. Hinauf wälzt sich die
Menschenmasse immer weiter. Plötzlich steht sie starr.
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1937 - 50-jähriges Bestandjubiläum |
| Diesem Höhepunkt folgte
leider allzu früh ein Tief. Am 13. März 1938 wurde der Anschluss Österreichs an das
Deutsche Reich vollzogen. In Anbetracht der geänderten Verhältnisse wurde der Beschluss
gefasst, die Vereinstätigkeit einzustellen. Der 2. Weltkrieg forderte seine Opfer auch aus den Reihen des Gesangvereines, und mancher junge Sänger kehrte von der Kriegsfront nicht mehr in die Heimat zurück. Nur diese schmerzlichen Ereignisse wurden in der Chronik verzeichnet. |
Während der Kriegsjahre wird die Vereinstätigkeit eingestellt |
| Es ist das Verdienst des ob seiner Eigenart manchmal belächelten Postmeisters Rudolf Spitzl, dass noch inmitten der harten Nachkriegszeit am 13. August 1947 eine Vollversammlung einberufen wurde, bei der 16 Sänger teilnahmen. | Aufwärtsentwicklung des Gesangvereines seit 1947 |
| Bereits 1947, im Jahre der
Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit, trat der Verein mit einem Konzert an die
Offentlichkeit.
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1947 - Erstes Konzert der Nachkriegszeit |
| Schon 1948 wurde der erste Maskenball veranstaltet, der in Tanzfreude und Geselligkeit bis in die frühen Morgenstunden gedauert hat. | 1948 - Erster Maskenball |
| Ein gelungenes Fest war der Faschingszug 1950, bei dem sich die Vereine an ldeenreichtum überboten. Der MGV nahm die eben gebildete Kadertruppe des Bundesheeres auf die Schaufel und stellte mit einem Matrosentrupp das bemannte Kriegsschiff "Austria" vor. | 1950 - Faschingsumzug |
| Bälle mit den traditionellen Mitternachtskabaretts waren Höhepunkte jeder Faschingszeit. Die Stimmungskanonen Ing. Erich Schott, Dr. Egon Korinek, Hermann Pühringer, Helmut Rückart und Engelbert Breuer glossierten humorvoll die Ereignisse des Jahres. | |
| Bei den jährlichen
Frühlingskonzerten kamen manche aus Neuhofen stammende Sängertalente zum Einsatz. So in
den Fünfzigerjahren der Sänger Franz Ecker aus Linz und später Kammersänger
Heinz-Klaus Ecker, der als Opernsänger in Nürnberg bekannt und berühmt wurde.
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| Seit Mitte der
Sechzigerjahre konnte der Chorleiter Helmut Rückart viele junge Kräfte heranziehen. Aus
einer sangesfreudigen Neuhofener Familie stammend, gelang es ihm, durch harte Probenarbeit
das alte Liedgut zu pflegen und neue Lieder und Gesänge einzuführen. Nach den Proben
sorgte er zusammen mit den Obmännern für gute Stimmung und Geselligkeit in der Gaststube
des Vereinsheimes.
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| Das alljährliche
"Singen im Advent" in der Pfarrkirche Neuhofen - zusammen mit dem Kirchenchor
und einer kleinen Spielgruppe der Musikschule - bereicherte seither das Jahresprogramm. Neben den heimischen Advent- und Weihnachtsliedern wurden stets auch Songs und Spirituals aus aller Welt gesungen und begeistert aufgenommen. |
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| Mit dem 80-jährigen Gründungsfest war ein Gausängerfest verbunden, an dem 20 Gauvereine teilnahmen. An Stelle der verstorbenen Fahnenmutter Rosa Kemetmüller übernahm aus dem gleichen Hause Theresia Kemetmüller die Patenstelle. Beim Festzug, der mit einem Blumenkorso verbunden war, präsentierten sich die Sänger erstmals in ihrer neuen schmucken Festkleidung. | 1967 - 80-jähriges Gündungsfest |
| Im Rahmen des drei Tage
dauernden 90. Gründungsfestes wurde das "Weinfest" Anfang Oktober eingeführt,
das seit 1988 als "Oktoberfest" einen festen Platz im Ortsgeschehen hat und
jedesmal einen Rekordbesuch aufweisen kann.
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1977 - 90-jähriges Gründungsfest |
| Ein Großereignis war 1987
das Jubiläumsfest "100 Jahre Männergesangverein Neuhofen", das eine Woche lang
vom 20. bis 28. Juni 1987 gefeiert wurde. Diese Festwoche begann mit einem Festkonzert im Schulturnsaal, das der MGV Neuhofen mit der Sängerrunde Kematen-Piberbach und mit einem Bläserensemble der Landesmusikschule bestritt. Als Solist trat Kammersänger Heinz-Klaus Ecker von der Nürnberger Staatsoper auf, der immer wieder gerne in seinen Heimatort und zu seinen einstigen Sangesbrüdern nach Neuhofen kommt. Beim Festgottesdienst am 21. Juni bewährte sich eine Chorgemeinschaft mit dem Kirchenchor Neuhofen, der ebenfalls seit Jahrzehnten von Helmut Rückart geleitet wurde. |
1987 - 100-jähriges Bestandsjubiläum |
| Speziell für die Jugend
bestimmt, folgte eine Matinee im Schlosshof von Weißenberg, die von der "Budapester
Ragtime-Band" geboten wurde. Während der Woche wurde die "lbiza-Party" in
der Tennishalle ein weit über Neuhofen hinaus wirkendes Ereignis mit über 1.000
Besuchern - verbunden mit einem Live-Konzert mit dem bekannten Topstar Reinhold Bilgeri.
Den Abschluss dieser Festwoche bildete das "Chorverbandsfest-Traungau" am Sonntag, dem 28. Juni 1987, mit einer Festmesse im Schulhof, einem Festzug durch den Markt, einem Festakt mit Chorsingen und einem Sängertreff am Sportplatz. |
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| Ein bedeutungsvoller Beschluss war die Übernahme der Patenschaft für den Chor der Musikhauptschule Neuhofen. | 1992 - Partnerschaft mit dem Chor der Musikhauptschule |
| Zum 110-jährigen Jubiläum
wurde das Fastkonzert wieder mit Kammersänger Heinz-Klaus Ecker bestritten. Nach dem sonntäglichen Festgottesdienst, bei dem der MGV Neuhofen in Gemeinschaft mit der Sängerrunde Kematen-Piberbach die "Orgel-Solo-Messe" von Joseph Haydn aufführte, wurde in der Kirche ein Festakt abgehalten, in dem die kulturelle Bedeutung des Vereines aufgezeigt wurde. An Stelle eines Festzuges organisierte diesmal der Verein ein Fest auf dem neu gestalteten Kirchenplatz, das wegen seiner Gemütlichkeit gut angekommen ist. |
1997 - 110-jähriges Bestandsjubiläum |
| Der MGV Neuhofen ist trotz
seiner Jahre jung geblieben. Angesichts der Jahrtausendwende kann man feststellen, dass
der Männergesangverein Neuhofen trotz seiner langen Bestandsjahre nicht an Spannkraft verloren hat, sondern stets auf der Höhe der Zeit geblieben ist. Er konnte immer wieder altes und neues Musikschaffen harmonisch verbinden und zu Gehör bringen, und die Zuhörer gingen und gehen mit Freude und Begeisterung mit. Den Vereins- und Chorleitern ist es zu verdanken, dass der
Verein stets ein Zeichen setzt für Freude am alten Liedgut, für Aufgeschlossenheit allem
Neuen gegenüber, für Freundschaft im Innern und Verbundenheit mit dem Ort und seiner
Bevölkerung. |
Immer junger Männergesangverein |
| Seit dem Herbst 2000 präsentiert sich der Verein auch im weltweiten Datennetz, dem Internet. Die homepage, die laufend aktualisiert und gewartet wird, gibt einen Überblick über das Vereinsleben. Berichte über durchgeführte Veranstaltungen, die Mitglieder des Vereins, sowie die künftigen Termine sollen sowohl den Vereinsmitgliedern, als auch interessierten Personen die Aktivitäten näher bringen. | 2000 - Start der homepage des MGV-Neuhofen |
| Das bei der Gründung des
Vereines gewählte Motto behält weiter seine Gültigkeit: "Mit vereinter Kraft - Lied uns Freunde schafft." |
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